Autonome Technologien in der Logistik – Droht bald Arbeitslosigkeit?

Selbstfahrende Autos, Drohnen und Roboter – was vor einiger Zeit noch eher einem typischen Zukunftsszenario ähnelte, findet aktuell zunehmend Einzug in unseren Arbeitsalltag. Denn autonome Technologien entwickeln sich rasant und sind in der Arbeitswelt bald nicht mehr wegzudenken – so auch in der Logistikbranche. Fachkräftemangel, boomender Online-Versand, das Streben nach kürzeren Lieferzeiten und Vernetzung im Zuge einer Industrie 4.0 lassen immer höhere Investitionen der Branche in autonome Technologien erwarten. Doch können solche Technologien Arbeitskräfte bald vollständig ersetzen?

Immer mehr Unternehmen des Logistik-Sektors integrieren beispielsweise Drohnen, um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten und Pakete schneller zustellen zu können. Logistik-Gigant Amazon lieferte beispielsweise 2019 in Washington immer mehr Pakete via Drohnen aus. Trotz naheliegender Vorteile ist die Drohnenentwicklung noch mit vielen Herausforderungen konfrontiert, was eine verstärkte Etablierung verlangsamt.

Insbesondere der weltweite Fachkräftemangel führte dazu, dass Roboter in der Logistik immer mehr personelle Defizite in der Herstellung, im Lager oder in der Auftragsabwicklung ausgleichen und Prozesse optimieren. Sie kommen vor allem dann zum Einsatz wenn es um Präzisionsarbeiten geht. Sie lösen den Menschen teilweise bereits vollständig ab, wie etwa beim Kommissionieren oder Auffüllen von Beständen. Arbeitsplätze kosten diese jedoch nicht. Studien zufolge wird es vermeintlich sogar mehr Arbeit geben, weil Roboter Auftragsabwicklungen effizienter gestalten. Mensch und Roboter arbeiten dann parallel, um Prozesse zu beschleunigen. Langfristig ist sogar eine deutliche Erhöhung der Gesamtbeschäftigung in der Logistikbranche zu erwarten, die jedoch durch arbeitssparende Technologien wieder gedrosselt wird.

Autonome Fahrzeuge werden ebenso stetig weiterentwickelt. Entscheidend sind dabei vor allem zwei Faktoren: Sicherheit, da viele Unfälle durch übermüdete Fahrer verursacht werden und Fachkräftemangel. Denn das Durchschnittsalter von Lkw-Fahrern steigt und der Beruf ist mit am schwersten zu besetzen. Der Bedarf könnte demnach mit autonomen Fahrzeugen oder Platooning (digital gekoppelte Lkw-Kolonnen) besser gedeckt werden und zudem Transport- und Prozesskosten senken. In der Hoflogistik kommen autonome Fahrzeuge schon aktiver zum Einsatz.Weltweit nutzen bereits Containerhäfen fahrerlose Transportsysteme. So können sich Lastwagen mittlerweile schon selbst zu Zielpositionen manövrieren oder Container aufnehmen.

Auch in Punkto Schiffsverkehr sollen autonom fahrende Schiffe eingesetzt werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Denn die meisten Havarien entstehen durch menschliches Versagen. Auch Kosten und Umweltschäden ließen sich so reduzieren.

Fazit:
Autonome Technologien werden, so auch in der Logistik, zunehmend präsenter. Dennoch gelten sie mittelfristig eher als effiziente Unterstützung bei Arbeitsprozessen, sorgen für mehr Sicherheit, reduzieren Kosten und gleichen Fachkräftemängel aus – der Mensch wird jedoch nicht vollständig als Arbeitskraft ersetzt.

Quelle: vgl. Logistik für Unternehmen, „Wie autonome Fahrzeuge die Logistik bewegen“ vom 14.06.2020

 

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